Gefälschte Inserate auf Ricardo oder Anibis: Wie man die Falle vermeidet

·7 Min. Lesezeit·

Anzeigenplattformen — ein Jagdrevier für Betrüger

Ricardo und Anibis sind in der Schweiz sehr beliebte Kauf- und Verkaufsplattformen. Die große Mehrheit der Transaktionen verläuft problemlos. Aber wie überall, wo Geld im Spiel ist, versuchen Betrüger davon zu profitieren. Die gute Nachricht: Ihre Methoden sind bekannt und leicht zu erkennen.

Egal ob Sie Käufer oder Verkäufer sind — dieser Leitfaden erklärt Ihnen die häufigsten Fallen und wie Sie sie vermeiden können.

Häufige Betrügereien auf Käuferseite

Der Artikel, der nicht existiert

Sie finden ein attraktives Inserat — eine Kamera, eine Uhr oder ein Möbelstück zu einem deutlich unter dem Marktpreis liegenden Preis. Der Verkäufer bittet Sie, im Voraus per Überweisung oder PayPal (im Modus "Freunde und Familie") zu zahlen. Einmal bezahlt, verschwindet er, und Sie erhalten nie den Artikel.

Warnsignal: Ungewöhnlich niedriger Preis, Verkäufer, der sich weigert, sich persönlich zu treffen, Vorauszahlung erforderlich.

Der falsche Verkäufer, der persönliche Daten verlangt

Der "Verkäufer" schickt Ihnen einen Link zu einer falschen Ricardo- oder Anibis-Seite, um die Transaktion abzuschließen. Sie werden nach Ihren Bankdaten oder Kreditkartendaten gefragt. Es handelt sich um eine betrügerische Seite.

Warnsignal: Per SMS oder E-Mail erhaltener Link, URL, die nicht genau ricardo.ch oder anibis.ch entspricht.

Häufige Betrügereien auf Verkäuferseite

Der falsche Käufer, der "zu viel" zahlt

Ein Käufer behauptet, versehentlich zu viel überwiesen zu haben. Er bittet Sie, den Differenzbetrag zurückzuerstatten. In Wirklichkeit existiert seine erste Überweisung nicht oder wird storniert.

Warnsignal: Eiliger Käufer, "versehentliche" Überweisung über den Preis hinaus, Anforderung einer schnellen Rückerstattung.

Die gefälschte Bestätigungs-E-Mail

Sie erhalten eine E-Mail, die wie eine Ricardo- oder Anibis-Zahlungsbestätigung aussieht. In Wirklichkeit ist sie gefälscht. Überprüfen Sie Zahlungen immer direkt auf Ihrem Bankkonto, niemals anhand einer E-Mail.

Die goldenen Regeln für sicheres Kaufen und Verkaufen

Immer bevorzugen:

  • Persönliches Treffen an einem öffentlichen Ort (Bahnhof, Einkaufszentrum)
  • Barzahlung bei kleinen Beträgen
  • Twint oder Überweisung nach Übergabe des Artikels
  • Überprüfung des Artikels vor jeder Zahlung

Niemals:

  • Im Voraus per Überweisung für einen nicht erhaltenen Artikel zahlen
  • Auf einen per SMS oder E-Mail erhaltenen Link klicken
  • Zahlung per Scheck akzeptieren
  • Einen "Überbetrag" erstatten, bevor die ursprüngliche Überweisung von Ihrer Bank bestätigt wurde

Nützliche Nummern

  • Polizei**: 117
  • Nationales Zentrum für Cybersicherheit (NCSC)**: www.ncsc.admin.ch
  • Ricardo (Meldung)**: www.ricardo.ch/de/hilfe
  • Anibis (Meldung)**: www.anibis.ch/de/hilfe
**Praktischer Tipp**: Bestehen Sie bei jedem Kauf über 100 CHF auf einem persönlichen Treffen. Das ist der sicherste Weg, Betrug zu vermeiden. Ein ehrlicher Verkäufer wird immer zustimmen.

Wurden Sie Opfer?

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und beim Nationalen Betrugszenturm.

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