Betrügerische QR-Codes: Der neue Betrug, der sich in der Schweiz ausbreitet
Ein neuer, diskreter, aber gefährlicher Betrug
Sie scannen sie überall: auf Restaurantmenüs, Werbeflyer, Kassenbon oder Informationstafeln. QR-Codes sind zu einem täglichen Reflex geworden. Betrüger haben das erkannt und nutzen diese Gewohnheit aus, um Sie mit dem sogenannten **Quishing** zu fangen — eine Kombination aus "QR" und "Phishing".
In der Schweiz meldet das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) seit 2023 einen deutlichen Anstieg dieser Betrügereien, insbesondere auf Parkplätzen, in Bahnhöfen und sogar in Postsendungen, die die Bundesverwaltung oder die SBB imitieren.
Wie funktioniert Quishing?
Der falsche Code auf einem Parkscheinautomaten
Betrüger kleben falsche QR-Codes auf Parkscheinautomaten oder Zahlungsterminals. Wenn Sie den Code scannen, um Ihr Parkticket zu bezahlen, werden Sie zu einer gefälschten Zahlungsseite weitergeleitet, die Ihre Kartendaten kopiert.
Der Flyer im Briefkasten
Sie erhalten einen Flyer, der scheinbar von einem offiziellen Unternehmen stammt (SBB, Post, eine Bank, Swisscom) mit einem QR-Code zum Scannen, um "ein Paket abzuholen", "Ihr Abonnement zu validieren" oder "eine Erstattung zu erhalten". Der Code führt zu einer betrügerischen Website.
Der falsche Code in einer E-Mail
Anti-Phishing-Filter blockieren zunehmend betrügerische Links in E-Mails. Betrüger umgehen dies, indem sie Links durch QR-Codes in E-Mails ersetzen. Sie scannen mit Ihrem Telefon, das oft keinen so starken Schutz hat.
Der über das Original geklebte Code
An öffentlichen Orten (Restaurants, Museen) kleben Betrüger gefälschte QR-Codes über die echten. Das Original führt zur Speisekarte oder zur offiziellen Website; der falsche führt zu einer betrügerischen Website.
Die Zeichen, die Sie alarmieren sollten
- Der QR-Code befindet sich auf einem Aufkleber, der über einen anderen geklebt zu sein scheint
- Die nach dem Scan angezeigte URL entspricht nicht der erwarteten Website
- Sie werden aufgefordert, Ihre Bankdaten oder Ihr Passwort einzugeben
- Die geöffnete Website wirkt unprofessionell oder enthält Fehler
- Der Code stammt aus einer unerwünschten E-Mail oder SMS
Die richtigen Reflexe vor dem Scannen
- Sehen Sie nach, ob der Code original ist** oder ob er über einen anderen geklebt wurde
- Lesen Sie die URL vor dem Öffnen** — Ihr Telefon zeigt die Adresse vor dem Öffnen des Links an
- Im Zweifelsfall nicht scannen** — geben Sie die Adresse der Website direkt in Ihren Browser ein
- Geben Sie niemals Ihre Bankdaten** auf einer Website ein, auf die Sie über einen unerwartet erhaltenen QR-Code zugegriffen haben
Was tun, wenn Sie hereingefallen sind?
Wenn Sie Ihre Bankdaten eingegeben haben:
- Rufen Sie sofort Ihre Bank an, um Ihre Karte zu sperren
- Ändern Sie Ihr E-Banking-Passwort von einem sicheren Gerät aus
- Überprüfen Sie Ihre letzten Transaktionen
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei (117)
- Melden Sie den Betrug dem NCSC: www.ncsc.admin.ch
Nützliche Nummern und Ressourcen in der Schweiz
- Polizei**: 117
- Nationales Zentrum für Cybersicherheit (NCSC)**: www.ncsc.admin.ch — 058 465 53 56
- Ihre Bank**: Nummer auf der Rückseite Ihrer Karte
- SBB (Betrugsmeldung)**: 0900 300 300
- Post (Meldung)**: signalement@post.ch
**Merken Sie sich**: Ein QR-Code ist einfach ein verkleideter Link. Wenden Sie die gleichen Regeln an wie bei einem Internet-Link: Überprüfen Sie immer, wohin er führt, bevor Sie persönliche oder Bankdaten eingeben.